Asiatisches Lob für Katholische Pflegehilfe Essen

Südkoreanische Delegation informiert sich beim wichtigsten Essener Anbieter von Pflegeleistungen über die Situation in Deutschland.

Eine hochrangige Delegation aus dem südkoreanischen Gesundheitsministerium informierte sich bei der Katholischen Pflegehilfe Essen über die Pflegesituation in Deutschland. (V.r.n.l.: Ayhan Yilmaz, Stellv. Pflegedienstleitung, Markus Kampling, Geschäftsführer Kath. Pflegehilfe, Kim Lee, Gesundheitsministerium, Prof. Hyon-Joo Nam, Universität Kyungwon, Ute Bressler, Einrichtungsleitung Seniorenzentrum, Park Su Ryon, Journalistin mit Schwerpunkt Gesundheits- und Sozialpolitik, Deog Gon Kim, Vizedirektor Gesundheitsministerium, Dorothea Röser, Ass. der Geschäftsführung.

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Auf Vermittlung der Caritas im Bistum Essen hat eine Delegation aus dem südkoreanischen Gesundheitsministerium die Katholische Pflegehilfe Essen (KPH) besucht, um sich praxisnah über verschiedene Formen der Pflege in Deutschland zu informieren. Bei der fast achtstündigen Visite nahm die fünfköpfige Delegation Tages-, ambulante und stationäre Pflege in Augenschein.

Hyon-Joo Nam, Professorin für Sozialpolitik an der renommierten Universität Kyungwon, beschrieb in ihrem kleinen Begrüßungs-Statement die Aufgabe ihrer insgesamt einwöchigen Reise: »Der Überalterungsprozess in ganz Asien schreitet rasant voran. Wir in Südkorea haben dies schon vor einigen Jahren erkannt und deshalb 2008 eine Pflegeversicherung nach deutschem Vorbild aufgebaut! Wir sind jetzt in der Einführungsphase und möchten gerne von Ihnen lernen, schließlich haben Sie bald zwei Jahrzehnte Erfahrung mit dieser Versicherung.« Markus Kampling, Geschäftsführer der Kath. Pflegehilfe, die in Essen zu den wichtigsten Anbietern gehört, kam dem Wunsch gerne nach und führte die Delegation durch verschiedene Einrichtungen, um die unterschiedlichen Ansätze von Tagespflege, ambulanter und stationärer Pflege zu erklären.

Park Su Ryon, Reporterin bei JoongAng Ilbo, der zweitgrößten Tageszeitung in Südkorea, nahm sich gar die Zeit, eine Krankenschwester der KPH auf ihrer Tour zu pflegebedürftigen Menschen zu begleiten: »Der liebevolle Umgang mit den teils stark dementen Patienten hat mich beeindruckt«, gestand die Journalistin nach Abschluss der Hausbesuche.

In Südkorea gibt es anders als in Deutschland – keine privaten Anbieter: »Pflegedienste sind entweder staatlich oder entstammen der katholischen bzw. evangelischen Kirche oder buddhistischen Organisationen. Insgesamt genießen gerade die katholischen Einrichtungen in Südkorea einen immensen Vertrauensvorschuss.«

Neben der praktischen Arbeit mit den Patienten interessierte die Delegation insbesondere Fragen der Finanzierung und Abrechnung. Dabei wurde deutlich, dass im Gegensatz zu Deutschland die Zahlungen aus der Pflegeversicherung nicht unbedingt regelmäßig an die Träger der Einrichtungen fließen. »Das stellt uns manchmal vor einige Schwierigkeiten!«, bedauerte Prof. Nam. »Die umfangreiche Bürokratie, die mit der Abrechnung verbunden ist, ist dagegen in beiden Ländern gleich!« meinte Markus Kampling beim Informationsaustausch.

Prof. Hyon-Joo Nam von der Universität Kyungwon (m.) und Park Su Ryon, Journalistin mit Schwerpunkt Gesundheits- und Sozialpolitik (2. v.l.), verschaffen sich bei der Kath. Pflegehilfe Essen einen Überblick über das System der ambulante Pflege in Deutschland.

Ein Besuch im Seniorenzentrum St. Martin in Rüttenscheid machte die Gäste aus Asien auch mit der stationären Pflege vertraut. Inge Podschies, die seit zwei Jahren hier lebt, erzählt aus ihrem Alltag und freut sich über die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten, die in den Wohnbereichen angeboten werden.

ambulant

Für die stationäre Pflege im Seniorenzentrum St. Martin in Rüttenscheid fand die Delegation nach mehreren Gesprächen mit den Bewohnern ebenfalls viele lobende Worte: »Die Räumlichkeiten sind sehr schön und wir haben den Eindruck, dass sich die Menschen hier wohl fühlen«, konstatierte Deog Gon Kim aus dem Gesundheitsministerium.»

Wir freuen uns natürlich, wenn wir unsere Arbeit auch international vorstellen können«, resümierte Markus Kampling am Ende der Gespräche. »Das zeugt davon, dass wir einen guten Ruf haben und unsere Erfahrung geschätzt wird.« Die KPH ist mit 1500 Patienten, 300 Mitarbeitern und 22 Ortsgruppen einer der wichtigsten Anbieter von Pflegeleistungen in der Ruhrmetropole.