Teil 1 zum Thema Life Kinetik

Life Kinetik, was ist das?

Life Kinetik ist ein Training für das menschliche Gehirn. Es regt unsere grauen Gehirnzellen an, sorgt für mehr Selbstbewusstsein und steigert unsere Sportlichkeit. Es ist eine Art Zusammenspiel aus Gehirntraining, visueller Wahrnehmung und Bewegung.

Das menschliche Gehirn ist sehr komplex. Von Geburt an hat ein jeder ca. 100 Milliarden Gehirnzellen, doch schöpft keiner das riesige Potenzial des Gehirns aus. Genau da setzt das Gehirntraining Life Kinetik an. Es schafft neue Verknüpfungen zwischen den Gehirnzellen und sorgt somit dafür, dass neue Hirnaktivitäten zu verzeichnen sind und unser Gehirn nicht vor sich hin schlummert. Neben einer Menge Spaß für Jung und Alt werden durch das Bewegungstraining neuronale Lernvorgänge in Gang gebracht. Sowohl die Konzentrations- als auch die Leistungsfähigkeit werden ausgebaut und dementielle Symptome verlangsamt. Life Kinetik ist eine tolle Abwechslung zum Alltag und erzielt zudem positive Effekte! Schon eine Stunde Life Kinetik – Training pro Woche lässt das Gedächtnis besser funktionieren, fördert die Handlungsfähigkeit und sorgt dafür, dass beispielsweise Senioren aufnahmefähiger und geschickter mit bestimmten Situationen wie Gefahrensituationen umgehen können.

Wie genau funktioniert Life Kinetik? Es werden Bewegungen ausgeführt, währen das Gehirn zeitgleich beansprucht wird. Bei Life Kinetik arbeiten zahlreiche Areale des Gehirns zusammen und eben dieses Zusammenspiel setzt sich dann im Alltag fort. Diplom-Sportlehrer Horst Lutz, Entwickler der Methode, erklärt: „So kommen Großhirnrinde und Hirnstamm, also Verstand und Gefühl, wieder ins Gleichgewicht. Das aktive Denken mit Sitz im Vorderhirn verknüpft sich besser mit unserem Langzeitgedächtnis und unserer visuellen Wahrnehmung in hinteren Hirnregionen.“

Hier eine kleine Übung zum Testen ihrer Gehirnfähigkeit:
Sie benötigen einen Ball (Größe eines Tennisballs) und einen Spielpartner. Wie beim Tennis- oder generellem Ballspiel stellen Sie sich mit ein wenig Abstand gegenüber auf. Sagen Sie Ihrem Mitspieler, dass Sie ihm den Ball nun zuwerfen und Sie ihm zeitgleich ansagen, mit welcher Hand er den Ball fangen soll. Zudem soll er, wenn er mit der linken Hand fangen soll, mit dem rechten Bein einen Schritt nach vorne machen. Soll er mit seiner rechten Hand den Ball fangen, so soll er mit dem linken Bein nach vorne gehen. Nun können Sie starten. Werfen Sie Ihrem Gegenüber den Ball mit der Aufforderung „links“ oder „rechts“ ein paar Mal zu und beobachten Sie, was geschieht.

Sie können sich auch alleine testen. Halten Sie in jeder Hand einen Ball fest und strecken ihre Arme parallel vor Ihren Körper. Werfen Sie beide Bälle nach oben in die Luft und versuchen Sie sie aufzufangen, jedoch mit gekreuzten Armen.

Ziel ist es nicht, Perfektion an den Tag zu legen. Sie wollen Ihrem Gehirn eine neue Herausforderung bieten. Funktioniert diese Bewegungsübung direkt ohne Probleme, so haben Sie Ihr Potenzial innerhalb dieser Gehirnregion bereits gut ausgeschöpft. Hervorragend!

P.S.: Lachen ist während der Übung ausdrücklich erlaubt!

Teil 2 zum Thema Life Kinetik

Gehirntraining: Life Kinetik im Alltag anwenden

In der letzten Meldung haben wir über das Trainingsprogramm Life Kinetik berichtet, das durch ungewohnte Bewegungsübungen unser Gehirn fordert und zu neuen Verbindungen anregt. Haben Sie die vorgestellte Übung zum Testen ausprobiert?
Ich hoffe, Sie hatten viel Spaß dabei, auch wenn die Übung nicht auf Anhieb geklappt hat. Genau das ist ja das Ziel der Life Kinetik, nämlich mal nicht bis zur Perfektion üben, um unserem Gehirn immer wieder neue Anforderungen zu bieten.

Heute möchte ich Ihnen eine weitere Übung vorstellen, die einfach in den Alltag integriert werden kann, den „Liniensprung“:
Markieren Sie mit Klebeband oder einem Seil eine Linie auf den Boden. Stellen Sie sich so hin, dass diese Linie quer vor Ihren Füßen liegt. Sie haben nun die Aufgabe, mit beiden Füßen über die Linie zu springen und auf dem rechten Fuß zu landen. Springen Sie dann wieder zurück und landen auf Ihrem linken Fuß. Beim nächsten Sprung nach vorne über die Linie sollen Sie mit beiden Füßen aufkommen.
Anschließend machen Sie die Reihenfolge der Sprünge genau umgekehrt: Starten Sie mit einem Sprung nach hinten und landen auf dem anderen Bein, dem linken.
Ausgangsposition beide Füße – rechts vorne – links hinten – beide vorne – links hinten – rechts vorne – beide hinten – rechts vorne und so weiter
Haben Sie eine runde gleichmäßige Sprungbewegung gefunden? Sehr schön, aber Ihr Gehirn ist nun nicht mehr gefordert. Daher wird die Komplexität der Übung nun durch Zusatzaufgaben erhöht:

  1. Zählen Sie jeden Bodenkontakt mit (1, 2, 3, 4 usw.)
  2. Zählen Sie jeden Bodenkontakt mit dem Alphabet (a, b, c, d usw.)
  3. Zählen Sie jeden Bodenkontakt im 2er oder 3er Einmaleins (2, 4, 6, 8 bzw. 3, 6, 9, 12 usw.)
  4. Ihrer Kreativität für weitere Zusatzaufgaben sind keine Grenzen gesetzt! 🙂

Viel Spaß und Freude beim Ausprobieren! Das ist Ihnen zu anstrengend, Sie können aus gesundheitlichen Gründen keine Sprünge mehr absolvieren oder haben einfach keine Lust auf Bewegung?

Hier noch ein paar Tipps, wie Sie auch ohne Bewegung Ihr Gehirn im (Arbeits-)alltag vermehrt fordern können:

  • Halten Sie beim Zähneputzen die Zahnbürste mal in der anderen Hand als gewohnt
  • Bedienen Sie Ihr Handy mal mit der anderen Hand und benutzen das andere Ohr
  • Setzen Sie sich in der nächsten Besprechung mal woanders hin

Denken Sie daran, je mehr Verbindungen in Ihrem Gehirn geknüpft werden, desto höher ist die Leistungsfähigkeit Ihres Gehirns.

Teil 3 zum Thema Life Kinetik

Jogging für´s Gehirn

Regelmäßig ins Fitnessstudio gehen oder zuhause Übungen für den Rücken machen? Das ist für viele selbstverständlich. Doch wie sieht es mit der geistigen Fitness aus, betreiben Sie regelmäßig Gehirnjogging, um Ihre grauen Zellen in Schwung zu halten?
Im dritten und letzten Teil unserer Serie zum Thema „Life Kinetik“ widmen wir uns zunächst dem klassischen Denksport. Mit wenig Zeitaufwand können wir unser Gehirn täglich trainieren, versuchen Sie doch einfach mal folgende Übungen:
1.    „Flotte Finger“ (Förderung der Koordination & Konzentration)
Berühren Sie mit Ihrem rechten Daumen jeweils die Fingerspitzen der rechten Hand. Starten Sie mit dem Zeigefinger, gehen Sie jeden Finger durch bis zum kleinen Finger und zurück. Machen Sie diese Übung anschließend auch mit der linken Hand. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, führen Sie nun die Übung mit beiden Händen gleichzeitig durch. Versuchen Sie dann auch mal das Ganze in verschiedene Richtungen.

2.    Verdrehte Sprachwelt (Förderung des Sprachzentrums im Gehirn)
Versuchen Sie mal rückwärts zu sprechen! Denken Sie sich einen Satz aus und legen Sie los, beginnen Sie beim letzten Wort.
Das klassische Kreuzworträtsel, Sudoku oder Rechenaufgaben trainieren ebenfalls Ihre Gehirnfähigkeit. Allerdings sind diese Übungen reine Denksportaufgaben, also für sich alleine noch kein Life-Kinetik-Training. Die Kombination aus Bewegung & kognitiven Aufgaben erzielt optimale Ergebnisse. Also wählen Sie einen Sport aus (gleich welche Sportart) und kombinieren Sie die Übungen! Praxisbeispiel für das Joggen:

3.    Zahlensalat beim Joggen
Sie gehen wie gewohnt joggen und zählen Dinge, die Sie sehen. Wählen Sie zwei Dinge, die Ihnen häufig begegnen, zum Beispiel Autos und Personen. Zählen Sie nun beim Joggen den einen Bereich (z.B. Autos) bei 0 beginnend aufsteigend und den anderen Bereich (z.B. Personen) bei 100 beginnend absteigend:
Wenn Sie auf Ihrer Joggingstrecke ein Auto mit zwei Insassen sehen, zählen Sie für den Bereich Autos 1 (0+1 = 1) und ziehen für den Bereich Personen 2 ab (100-2 = 98). Das setzen Sie auf Ihrer Strecke fort. Sie können auch Laternen, Bäume oder Strommasten zählen.

Denksportaufgaben oder kombiniert mit Bewegung als Life-Kinetik-Training fördern die geistige Fitness von allen Altersgruppen. Doch gerade ältere Menschen profitieren von regelmäßigem Gehirntraining. Welche Effekte ein gesundheitsorientiertes Sport- und Bewegungsprogramm bei Menschen mit einer beginnenden kognitiven Beeinträchtigung hat, das untersucht aktuell eine Gruppe von Wissenschaftlern der Deutschen Sporthochschule Köln im Rahmen des Projektes DENKSPORT. Weitere Informationen zum Projekt und zum Thema Demenz und Sport finden Sie bei Interesse auf https://www.dshs-koeln.de/index.php?id=10690
Die Deutsche Sporthochschule Köln und das DENKSPORT-Projektteam haben im Rahmen des Forschungsprojekts unter dem Motto „Altern, Bewegung, Demenz!“ am vergangenen Sonntag alle Interessierten zu einer Film-Matinée eingeladen. Gezeigt wurde „Still Alice“, ein englischer Film aus dem Jahr 2014, der den Umgang mit der Diagnose Alzheimer und die Veränderungen im Leben thematisiert. Im Mai wurde der Film auch im ZDF ausgestrahlt und kann bei Interesse über die ZDF-Mediathek ausgewählt werden.