Stiftung Füreinander Leben ernennt neue Kuratoriumsmitglieder

Ab sofort unterstützen Schwester Judith und Pastor Gary Albrecht die weiteren Kuratoriumsmitglieder Norbert Kleine-Möllhoff, Marcus Golsong, Johannes Mintrop, Markus Kampling und Prof. Dr. Hans-Georg Nehen. Gemeinsam mit Stiftungsvorstand Ute Bressler (rechts) wurden die neuen Mitglieder am 5. August 2020 begrüßt.

Im Rahmen ihrer jährlichen Kuratoriumssitzung hat die Stiftung Füreinander Leben am Mittwochnachmittag zwei neue Kuratoriumsmitglieder ernannt. Damit verstärken Schwester Judith und Pastor Gary Albrecht ab sofort das Kuratorium der Stiftung, die sich für bedürftige Senioren im Bistum Essen engagiert. Da das langjährige Kuratoriumsmitglied Prälat Günter Berghaus im vergangenen Jahr verstarb, mussten neue Mitglieder berufen werden.

Mit der Ernennung der neuen Kuratoriumsmitglieder umfasst das Aufsichtsgremium der Stiftung Füreinander Leben insgesamt sieben Mitglieder. Außerdem wurde Frau Bettina Altenhoff als neues Mitglied in den Stiftungsvorstand aufgenommen. Sie folgt auf Frau Ursula Erlinghagen, die ihre Position im Stiftungsvorstand nach einem langjährigen Engagement zur Verfügung stellte.
Im Namen des Kuratoriums und des Stiftungsvorstandes dankten Prof. Dr. Hans-Georg Nehen und Frau Ute Bressler Frau Erlinghagen in besonderer Weise für das langjährige Engagement und ihre aufrichtige Verbundenheit zur Stiftung.

Die Stiftung Füreinander Leben setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 2005 für die Unterstützung von älteren, kranken, pflege- oder hilfsbedürftigen Menschen in und um Essen ein. Im Rahmen einer schnellen und unbürokratischen Hilfe konnten bereits rund 300.000 Euro eingesetzt werden, um Betroffenen Gutes zu tun.
Beispielsweise hat die Stiftung moderne Therapierobben für die Demenztherapie angeschafft, die sie verschiedenen Pflegeeinrichtungen für die Behandlungsbegleitung zur Verfügung stellt. Auch Klinikclown-Ausbildungen für Pflegende wurden von der Stiftung bezuschusst, ebenso wie eine Praxis für Bedürftige. Zudem erhalten viele ältere Menschen zu ihrem runden Geburtstag
eine Kuscheldecke von der Stiftung.

Darüber hinaus hat ein Senior dank der Stiftung Gesundheitsschuhe erhalten, die er dringend benötigte. Da diese nicht von der Krankenkasse bezuschusst werden konnten, war ihm die Anschaffung persönlich unmöglich. Eine weitere Seniorin erhält einen regelmäßigen Fahrdienst, um an den Sonntagsgottesdiensten ihrer Gemeinde teilnehmen zu können. Auch andere Ausflüge für bedürftige Personen, für die ein Krankentransport notwendig ist, wurden bereits über die Stiftung koordiniert. Eine weitere bedürftige Seniorin wird mit einem regelmäßigen Speiseservice versorgt. Die Zuwendungen der Stiftung werden ausschließlich durch Spenden finanziert.

Weitere Informationen stehen im Internet unter https://katholische-pflegehilfe.de/stiftung-fuereinander-leben/ zur Verfügung.

Pflege- und Betreuungskräfte im Spannungsfeld der Erwartungen

Seit Monaten stellen die Auswirkungen der Corona-Pandemie unser Leben auf den Kopf. Besonders für Pflege- und Betreuungskräfte ist die Belastung nach wie vor groß. Denn sie befinden sich im direkten Kontakt mit der Hauptrisikogruppe und sind einer Vielzahl von sich ständig ändernden Vorgaben und hohen Erwartungen ausgesetzt.
Angefangen hatte es mit Isolationsmaßnahmen und Kohorten- bzw. Kleingruppenbildung. Dadurch entstand einerseits ein erhöhter Organisationsbedarf, andererseits wirkten die Pflege- und Betreuungskräfte mit mehr Einzelbetreuung, Gesprächen und seelsorgerischer Unterstützung gegen die Einsamkeit der Bewohnenden. Zeitgleich stiegen die Sicherheits- und
Hygienemaßnahmen.

Da schien die Einrichtung von Besucherplätzen Entlastung zu versprechen. Jedoch führte die vorherige Anmeldung, Gesundheitskontrolle und vorgeschriebene Begleitung eigentlich nur zu einer
Verschiebung des Mehraufwands. Inzwischen dürfen Bewohnende von Einrichtungen wie dem Seniorenzentrum St. Martin in Essen-Rüttenscheid wieder Besuch empfangen oder die Einrichtung vorübergehend verlassen. Was Bewohnende und Angehörige langersehnt haben und Vertreter der Einrichtung grundsätzlich begrüßen, bedeutet für die Abläufe innerhalb der Einrichtung aber weiter erhöhte Anforderungen an Hygiene, Gesundheitskontrollen und Dokumentation. So sieht die aktuell gültige Verordnung vor, dass alle möglichen Kontaktflächen und die besuchten Zimmer zusätzlich desinfiziert werden. Daneben hat das Personal der Einrichtung sicherzustellen, dass jede Person unter der Aufsicht von Mitarbeitenden der Einrichtung vor dem Besuch ein Screening inklusive Fiebermessen durchläuft.

„All diese Maßnahmen müssen zusätzlich zum üblichen Arbeitsaufwand erfolgen, bedingen höheren Personalaufwand und werden in keinster Weise zusätzlich vergütet“, erklärt Geschäftsführer Markus Kampling die Herausforderungen der Situation. „Zusätzlich bleibt die grundsätzliche Belastung für Pflege- und Betreuungskräfte hoch.“
Einerseits sei da die Sorge um die ihnen anvertrauten Personen. „Unsere Mitarbeitenden setzen ein erhebliches Maß an Verantwortungsbewusstsein um und tragen durch ihre achtsame und professionelle Arbeit dazu bei, dass unsere Einrichtung bisher Corona-frei ist.“

Da sei es bedauerlich, dass manchmal der Eindruck entstünde, dass Angehörige die hohe Arbeitsintensität und das Engagement im Zusammenhang mit den wechselnden Verordnungen unterschätzen. „Dass wir zum Beispiel Einschnitte beim etagenübergreifenden Unterhaltungs- und Bewegungsprogramm machen müssen, bedauern wir selbst sehr“, sagt Markus Kampling. „Im Seniorenzentrum St. Martin war das immer unser Aushängeschild. Nun lassen Gruppenbeschränkungen und Abstandsregeln vergleichbar abwechslungsreiche und übergreifende Angebote zur Zeit nicht mehr zu.“ Wo früher sechs Personen gleichzeitig an Kraft-Balance-Übungen teilnehmen konnten, sind es heute maximal 4 Personen. So sind mehrere Gruppen notwendig, um gleich viele Personen am Programm teilhaben zu lassen. Zudem sind Veranstaltungen wie das Frühjahrs- und Sommerfest und Ausflüge ausgefallen. Selbst die Seelsorge und Gottesdienste wurden von Seiten der Kirchen vorübergehend ausgesetzt.

„Unsere Pflege- und Betreuungskräfte arbeiten seit Monaten am Limit. Doch wir bemerken, dass die Wertschätzung in der Gesellschaft dafür nachlässt. Vor Wochen wurde für gute und  verlässliche Pflege applaudiert, heute scheint sie wieder selbstverständlich“, sagt Einrichtungsleitung Ute Bressler. „Da richtet sich das Augenmerk auch schonmal auf Dinge wie die Ordnung der Kleidung im Schrank.“

Natürlich pflege das Unternehmen eine offene Kommunikationspolitik mit allen Beteiligten und sei für jeden Hinweis dankbar, versichern Geschäftsführer und Einrichtungsleitung. „Doch befinden wir uns immer noch in einer Ausnahmesituation“, sagt Markus Kampling, „und würden uns sehr freuen, wenn dies von allen Beteiligten entsprechend wahrgenommen und die wertvolle Arbeit unserer Mitarbeitenden entsprechend wertgeschätzt würde.“

Stiftung Füreinander Leben und Katholische Pflegehilfe bedenken Ärmste der Armen

Aus Pflegestufen werden Pflegegrade

Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass zum 1. Januar 2017 gravierende gesetzliche Veränderungen (PSG II) für pflegebedürftige Menschen in Kraft treten: Aus Pflegestufen werden Pflegegrade – doch was bedeutet das eigentlich? Markus Kampling, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Katholischen Pflegehilfe (KPH), einem der wichtigsten Anbieter von Pflegeleistungen in unserer Stadt, hat sich intensiv mit dem neuen Gesetz beschäftigt.

„Das PSG II ist die umfangreichste Reform seit der Einführung der Pflegeversicherung – es werden neue Leistungen für Pflegebedürftige und ein neues Verfahren eingeführt, mit dem die Einstufung in die neuen Pflegegrade vorgenommen wird.“ Alle Menschen, die bereits jetzt eine Pflegestufe haben, werden dabei in die neuen Pflegegrade übergeleitet – gemäß der Tabelle am Fuß der Seite: So wird aus Pflegestufe 1 Pflegegrad 2 und aus Pflegestufe 1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz (EAK) gar Pflegrad 3. „Ganz wichtig: Die Pflegebedürftigen brauchen dafür nichts zu tun, die Überleitung – und damit die Ansprüche auf zusätzliche Geld- und Sachleistungen – erfolgt automatisch und ohne erneute Prüfung durch den Medizinischen Dienst“, erklärt Kampling. Damit soll dem Versprechen der Politik Rechnung getragen werden, dass sich durch die Reform keine Pflegebedürftiger schlechter stehen soll.

Das neue Begutachtungsverfahren

Alle Menschen, die erstmals einen Pflegegrad beantragen oder bei denen eine Höherstufung notwendig ist, werden nach dem neuen „Pflegebedürftigkeitsbegriff“ begutachtet: „Mit ihm soll eine Gleichbehandlung von körperlich, kognitiv und psychisch eingeschränkten Menschen gewährleistet werden, wenn es um deren Begutachtung, Einstufung und den Leistungsbezug geht“, erläutert Kampling. Zur Begutachtung der Pflegebedürftigkeit werden künftig mehr Kriterien aus den Bereichen des Lebens und der Alltagsbewältigung herangezogen. „Bisher wurde der Begriff der Pflegebedürftigkeit vor allem durch die körperlichen Defizite geprägt. Zukünftig sollen körperliche, geistig und psychisch bedingte Pflegebedürftigkeit gleichgestellt werden, wodurch z. B. das Thema Demenz mehr Berücksichtigung bei der Einstufung findet – eine längst überfällige Entwicklung.“

Von passiver Versorgung zu aktiver Unterstützung

„Die Reform verfolgt das Ziel, dass Pflegebedürftige – beraten und unterstützt durch die professionelle Pflege – so lange wie möglich ein sicheres Leben zu Hause führen können“, erklärt Markus Kampling. „Wir als Pflegedienstleister haben dabei die Aufgabe, individuelle Ressourcen zu stärken und Unterstützung zum Erhalt einer größtmöglichen Selbständigkeit zu geben.“

Neue Leistungen

Die ambulanten Pflegedienste werden nach der Reform mehr und andere Leistungen als bisher anbieten, was einen veränderten und umfangreicheren Leistungskatalog erfordern wird. „Was das im Einzelfall bedeutet, lässt sich am besten im direkten Gespräch unter Berücksichtigung der jeweiligen persönlichen Situation klären“, erläutert Kampling. Diese Aufgaben übernehmen die 23 Pflegegruppen der Katholischen Pflegehilfe, die über das ganze Essener Stadtgebiet verteilt sind. Kontakt: 02 01 | 85 20 40

Überleitung der bisherigen Pflegestufen in Pflegegrade
 Bis zum 31.12.2016: Pflegestufe

0

1

1 EAK

2

2 EAK

3

3 EAK

3 Härtefall

 Ab dem 01.01.2017: Pflegegrad

2

       3

       4

                     5