Pflege – heute schon an morgen denken

Markus Kampling, Geschäftsführer der Katholischen Pflegehilfe nimmt innerhalb der Veranstaltung „Pflege – heute schon an morgen denken“ Stellung zu Themen aus der Pflege.

Die Essener Bundestagsabgeordnete Jutta Eckenbach und der Landtagskandidat Dirk Vogt luden am 04.05.2017 zur Podiumsdiskussion mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung Karl-Josef Laumann in das Martineum in Essen-Steele ein. Diskutiert wurde das Thema „Pflege – heute schon an morgen denken“. Eingeladen und auf dem Podium zu Gast waren neben Karl-Josef Laumann auch Christian Landau, der Geschäftsführer des Martineums, Markus Kampling, der Geschäftsführer der Katholischen Pflegehilfe  und Reinhold Schulte-Eickholt, der Geschäftsführer und Schulleiter der Katholischen Schule für Pflegeberufe Essen gGmbH (KKS). Auch zahlreiche interessierte Bürger und Bürgerinnen waren anwesend. Jutta Eckenbach leitete die Veranstaltung mit einführenden Worten ein: „Die Bundesregierung hat bisher zahlreiche Gesetzesänderungen vorgenommen, um den sich ändernden Anforderungen im Bereich Pflege gerecht zu werden. Aufgrund des demografischen Wandelns werden aber noch weitere Aufgaben auf uns zu kommen. Welche dies sind, möchte ich mit Ihnen und Karl-Josef Laumann diskutieren. Ich freue mich auf einen anregenden Austausch.“ Zu Beginn fasste Karl-Josef Laumann die auf uns zukommende Situation in der Pflege in einigen Worten zusammen: „Die Bundesregierung hat in ihrer letzten Legislatur zahlreiche Gesetzesänderungen vorgenommen, um den sich ändernden Bedarfen gerecht zu werden. Dennoch warten noch weitere Herausforderungen auf uns. Aufgrund des demografischen Wandels werden zukünftig immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen sein und somit wird der Bedarf an Pflegekräften zunehmen.“ Karl-Josef Laumann informierte über den neu eingeführten Pflegebedürftigkeitsbegriff und vertiefte das Thema der Generalistik. „Die Generalistik ist eine große Chance für die Pflege in Deutschland, welche es gilt zu ergreifen“ so Laumann. Ziel ist es, den Pflegeberuf mit einer zeitgemäßen Berufsausbildung aufzuwerten und somit zahlreiche neue Auszubildende zu gewinnen. An das Thema angeschlossen wurde der Fachkräftemangel in der Pflege thematisiert, welcher als eine der größten Herausforderungen unseres Gesundheitssystems gilt. Diesbezüglich wurde Markus Kampling gebeten, Stellung zu der aktuellen Situation des Fachkräftemangels zu nehmen. „Natürlich ist ein Bedarf an Fachkräften sowohl in der Ambulanten Pflege als auch in stationären Einrichtungen zu verzeichnen“, so Markus Kampling. Laut des neuen Pflegestärkungsgesetzes PSG II ist in der Stationären Pflege die Erhöhung der Personalmenge im Funktionsbereich Pflege um 6,8 Prozent bewilligt worden. Doch betrachtet man die eingehenden Bewerbungen, welche sich „auf eine Bewerbung pro Woche in den letzten Jahren reduziert haben, muss auch die Qualität dieser Bewerbungen hinterfragt werden“ beschreibt Markus Kampling. Festzuhalten gilt, dass mehr Stellen in der Pflege zur Verfügung stehen, sie jedoch schwer zu besetzen sind und daraus resultierend die Pflege attraktiver werden muss, und laut Laumann „eine bessere Organisation in der Pflege“ angestrebt werden sollte. In der offenen Diskussionsrunde wurde sachlich, an manchen Stellen jedoch auch mit erhitzten Gemütern über eben diese Themen debattiert.