Projekt „Ehrenamtler für St. Martin“

Das ist ja interessant!« Die 14jährige Rebecca von der Erich-Kästner-Gesamtschule in Steele lässt sich am Stand des Seniorenzentrums St. Martin von Birgit Nachtmann über ihre Arbeit aufklären. Innerhalb des Projekts »Go Social«, das die Ehrenamt Agentur Essen zum vierten Mal mit

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Diesmal ist das Projekt in der Steeler Gesamtschule zu Gast, klassenweise kommen die Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts zu den rund 15 Organisationen, die sich im großen Pausenraum präsentieren. Neben unserer Einrichtung sind dies zum Beispiel der Essener Sportbund, die DLRG oder die Naturschutzjugend. Dass diese neue Form der Gewinnung von Mitarbeitern notwendig ist, bezweifelt keine der anwesenden Organisationen: Wenn etwa das Technische Hilfswerk mit der allgemeinen Feuerwehr gleichgesetzt wird, wird deutlich, dass viele Verbände in der Gesellschaft einfach nicht mehr bekannt sind und noch eine Menge Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden muss.

Birgit Nachtmann, Mitarbeiterin im Sozialen Dienst, ist sich der Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Ehrenamtlichen bewusst. »Viele Jugendliche haben heute einfach keine Zeit mehr, um sich ehrenamtlich zu engagieren. Der Druck in der Schule oder im Beruf wird immer größer, dass für viele freiwillige Tätigkeit – egal ob bei uns oder im Sportverein – einfach kein Platz mehr ist.« Und so verwundert es nicht, dass die Fragen vieler Schülerinnen und Schüler nicht so sehr auf ehrenamtliche Tätigkeiten abzielen, sondern eher in Richtung Praktikumsplätze gehen. »Das ist verständlich!«, meint Sandra Hartjes von der Ehrenamt Agentur. »Das ist in der augenblicklichen Lebensphase der Jugendlichen jetzt einfach eher dran!«

Das sieht Birgit Nachtmann, die zum zweiten Mal bei der Veranstaltung mitmacht, genau so und gewinnt der Situation auch etwas Gutes ab: »Bei einer Praktikumszeit können die Jugendlichen unsere Arbeit besser einschätzen lernen und vielleicht engagiert sich der eine oder die andere nachher dann doch ehrenamtlich bei uns!« Oder er fängt eine Ausbildung in der Altenpflege an – das ist ja bei dem derzeitigen Fachkräftemangel mindestens genauso wichtig.