Sportliche Ausrichtung im St. Martin

Selbstständigkeit bis ins hohe Alter ist ein elementares Grundbedürfnis des Menschen und setzt körperliche und geistige Aktivität voraus. Um altersbedingte Abbauprozesse zu verlangsamen und möglichst lange selbstständig bleiben zu können, muss eine gezielte Aktivierung der Körperfunktionen stattfinden

Einrichtungen der Altenhilfe tragen mit ihrer Angebotsstruktur zur Bewegungsförderung bei und tragen daher eine besondere Verantwortung für die Entwicklung und Unterstützung ihrer Bewohner.

Das Seniorenzentrum St. Martin will deshalb mit seiner sportlichen Ausrichtung folgende Ziele erreichen:

  • Wir wollen unsere Bewohner motivieren aktiv zu bleiben
  • Wir wollen Spaß an Bewegung vermitteln
  • Wir wollen verdeutlichen, dass es besser ist, mit Bewegung alt zu werden
  • Wir wollen unseren Bewohnern zeigen, dass sie in der Lage sind, körperliche Fähigkeiten zu beeinflussen. Sie können aktiv gegen den zunehmenden Verfall angehen, indem sie allein oder in Gruppen Funktion und Leistungsfähigkeit trainieren (Muskelkraft, Gleichgewichtsgefühl, Beweglichkeit der Gelenke und Standsicherheit)

Die Wahrscheinlichkeit zu stürzen sinkt und die Lebensqualität wird nachhaltig verbessert (80 % aller Stürze beruhen auf dem Verlust der genannten Funktionsfähigkeiten).

Aus diesem Grund haben wir uns für das Bewegungsprogramm „Fit für 100“ in unserer Einrichtung entschieden. Speziell für die Gruppe der Hochaltrigen entwickelten Sportwissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln unter Leitung von Prof. Dr. Heinz Mechling in Kooperation mit der Landesseniorenvertretung NRW und des Landessportbunds NRW dieses Bewegungsprogramm.

Funktionelle Kräftigungsübungen werden mit koordinativen Anforderungen gekoppelt. Dabei liegen die Schwerpunkte in den Bereichen des Kraft- und des Balancetrainings sowie dem Training der Alltagskompetenzen.

Zwei Gruppen trainieren wöchentlich mit individuell abgestimmten Gewichten im Sinne des Muskelaufbautrainings.

Die Teilnahme der an Demenz erkrankten Bewohner wird ausdrücklich befürwortet. So zeigen zahlreiche Untersuchungen, dass der Ausbruch der Symptome und der Krankheitsverlauf beeinflussbar sind (Bettina Jasper – Menschen mit Demenz bewegen –). Kraft- und Balancetraining sind auch bei Demenzkranken ein wichtiges Instrument zur Sturzprophylaxe.

Bewegung wirkt sich positiv auf viele typische Symptome der Demenz aus und verlangsamt den Krankheitsverlauf.

  • Sportliche Bewegung beeinflusst aktiv die Gefühle (Wohlbefinden und Freude) durch die Ausschüttung der Hormone Adrenalin und Serotonin
  • Bewegung lenkt von alltäglichen Kummer und Sorgen ab
  • Bewegung fördert die Durchblutung und somit die Sauerstoffversorgung im Gehirn
  • Der Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit vollzieht sich langsamer
  • Schlafverhalten wird verbessert
  • Bei Durchführung in der Gruppe wird die Kommunikationsfähigkeit positiv beeinflusst
  • Körperwahrnehmung (Spüren des eigenen Körpers) wird verbessert
  • Bewegung stimuliert das Wachstum der neuronalen Netzwerke im Gehirn

In unseren „Fit für 100“ Gruppen trainieren gebrechliche mit vitalen alten Menschen und Demenzkranken zusammen.

Gegenseitige Unterstützung und Freude an der gemeinsamen Aktivität gehören zum Grundverständnis.

Durchgeführt wird das Bewegungstraining mit eigens dafür ausgebildeten Übungsleiterinnen.