Ungarische Melodien im Seniorenzentrum St. Martin

Das Rüttenscheider Seniorenzentrum St. Martin ist am 2. Mai Schauplatz eines ungewöhnlichen Konzerts, das in Kooperation mit dem Europäischen Klassik Festival für die Bewohner und deren Angehörigen veranstaltet wird. Es ist Teil der diesjährigen Initiative des Festivals, klassische Musik zu den Menschen zu bringen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes oder aufgrund einer Behinderung selbst keine Konzerte außer Haus mehr besuchen können. »Wir veranstalten diese Konzerte seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010, weil wir Kultur vor Ort anbieten wollen, weil wir wollen, dass alle teilhaben können. Die große Freude, die wir den Menschen in den beiden vergangenen Jahren damit bereitet haben, hat uns und unsere Sponsoren angespornt, auch in diesem Jahr eine solche Konzertreihe zu veranstalten“, erläutert Hubert Schulte-Kemper, Gründer des Festivals.

Das Besondere: Das Konzert, das um 10:30 Uhr beginnt, ist für die Einrichtung völlig kostenlos und wird ausschließlich von Sponsoren finanziert, die die Festival-Macher gleich mitgebracht haben. Insgesamt gibt es zehn Konzerte dieser Art in Einrichtungen im Ruhrgebiet und Münsterland. »Wir sind froh, mit diesem Auftritt unseren Bewohnern und deren Angehörigen ein ganz besonders Ereignis anbieten zu können.«, freut sich Einrichtungsleitung Ute Bressler. Auch Geschäftsführer Markus Kampling zeigt sich vom Engagement der Musiker beeindruckt: »Es ist ja keine Selbstverständlichkeit, wenn die Musiker – abseits der großen Bühnen – auch Konzerte für Menschen geben, die ansonsten kaum Chancen hätten, die Musik live zu erleben!«

Das »Pizzicato Quartett« aus Pecs, 2010 ebenso Europäische Kulturhauptstadt wie Essen, erfreut die Bewohner des Rüttenscheider Seniorenzentrums St. Martin mit »Ungarischen Melodien«.Spielen wird bei den Konzerten das »Pizzicato Quartett«, das sich aus Musikern des Sinfonieorchesters Pecs zusammensetzt. Die Besonderheit der Gruppe besteht darin, dass das Cello durch eine Bassgeige ersetzt wurde. In ihrem breiten Repertoire sind sowohl barocke Werke (z.B. Bach und Pachelbel), klassische (z.B. Mozart) als auch Stücke aus dem 20. Jahrhundert (z.B. Ferenc Farkas, Mihály Szász) zu finden. Die Mitglieder des Quartetts sind Erzsébet Kovács und Csaba Löczi an der Violine, György Kemény an der Bratsche sowie Zsuzsanna Kemény-Nagy an der Bassageige.

Das mit »Ungarische Melodien« betitelte Programm des Konzerts in St. Martin hält folgende Stücke bereit: Johann Strauß (Sohn) »Pizzicato Polka, op. 234«, János Csermák »Dobbantós (Ungarischer Tanz)«, Ferenc Farkas »6 Ungarische Tänze aus dem XVII. Jahrhundert«, Johann Sebastian Bach »2. Brandenburgisches Konzert, BWV 1047 (1. Satz)«, Johann Sebastian Bach »Sinfonia aus der Kantate ›Ich liebe den Hoechsten von ganzem Gemuete‹, BWV 174«, Anonymus (1788) »Contredanse Hongroise«, Peter Tschajkowski »Chanson Triste«, Leroy Anderson »Plink, plank, plunk«, Scott Joplin »The Entertainer«, Johannes Brahms »Ungarischer Tanz Nr. 5«.